
Die richtige Überwinterung ist einer der wichtigsten Punkte bei der Pflege von Zitruspflanzen. Zitronenbäume, Orangen, Limetten, Mandarinen oder Bergamotten stammen ursprünglich aus warmen und mediterranen Regionen und sind nur sehr begrenzt frostverträglich.
Bereits leichter Frost kann Blätter, Triebe oder Wurzeln beschädigen. Deshalb müssen die meisten Zitruspflanzen in Mitteleuropa rechtzeitig vor dem ersten Frost in ein geeignetes Winterquartier gebracht werden.
Eine falsche Überwinterung gehört zu den häufigsten Ursachen für Blattfall, Schädlingsbefall und schwaches Wachstum im Frühjahr.
Mit den richtigen Bedingungen kommen Zitruspflanzen jedoch problemlos durch den Winter und treiben im Frühjahr wieder kräftig aus.
Zitruspflanzen sollten ins Winterquartier gebracht werden, bevor die Temperaturen dauerhaft unter etwa 5°C fallen.
Kurzfristig vertragen manche Arten zwar geringe Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, dennoch steigt das Risiko für Schäden deutlich an.
Besonders empfindlich reagieren junge Pflanzen sowie frisch umgetopfte Exemplare.
In Deutschland erfolgt das Einräumen meist zwischen Oktober und November – abhängig von Wetterlage und Region.
Vor dem Einräumen empfiehlt es sich, die Pflanze gründlich auf Schädlinge zu kontrollieren. Besonders Schildläuse und Spinnmilben werden häufig unbemerkt ins Winterquartier eingeschleppt.
Das ideale Winterquartier für Zitruspflanzen ist hell und kühl. Optimal sind Temperaturen zwischen 5 und 10°C.
Bei diesen Temperaturen fährt die Pflanze ihren Stoffwechsel herunter und benötigt deutlich weniger Wasser und Nährstoffe.
Zu warme Räume führen häufig zu Problemen. Steht die Pflanze beispielsweise bei 20°C im Wohnzimmer, erhält aber gleichzeitig zu wenig Licht, gerät sie aus dem Gleichgewicht.
Die Folge sind häufig:
Kühle Temperaturen helfen der Pflanze dagegen, Energie zu sparen und gesund durch den Winter zu kommen.
Auch im Winter benötigen Zitruspflanzen möglichst viel Licht. Ein heller Standort ist daher besonders wichtig.
Ideal sind Wintergärten, unbeheizte helle Treppenhäuser, Gewächshäuser oder kühle Räume mit großen Fenstern.
Je wärmer die Pflanze überwintert wird, desto mehr Licht benötigt sie.
Steht die Pflanze dagegen kühl bei etwa 5–8°C, kommt sie auch mit etwas weniger Licht besser zurecht.
Dunkle Kellerräume ohne Pflanzenbeleuchtung sind für die meisten Citrus-Arten ungeeignet.
Bei sehr dunklen Standorten kann eine Pflanzenlampe helfen, Lichtmangel und Blattverlust zu reduzieren.
Während der Winterruhe benötigen Zitruspflanzen deutlich weniger Wasser als im Sommer.
Die Erde sollte leicht feucht bleiben, darf aber niemals dauerhaft nass sein.
Staunässe gehört im Winter zu den häufigsten Problemen und kann schnell zu Wurzelfäule führen.
Vor jedem Gießen sollte die oberste Erdschicht leicht angetrocknet sein.
Wie oft gegossen werden muss, hängt stark von Temperatur, Licht und Topfgröße ab. In kühlen Winterquartieren reicht oft bereits eine geringe Wassermenge alle ein bis zwei Wochen.
Besonders wichtig ist eine gute Drainage im Topf, damit überschüssiges Wasser problemlos ablaufen kann.
Während der Überwinterung wird normalerweise nicht gedüngt.
Da die Pflanze bei kühlen Temperaturen kaum wächst, benötigt sie in dieser Zeit nur wenige Nährstoffe.
Zu frühes oder übermäßiges Düngen kann sogar zu weichen, instabilen Trieben führen.
Erst im Frühjahr, wenn die Tage wieder länger werden und die Pflanze sichtbar neu austreibt, beginnt die reguläre Düngung erneut.
Viele Zitruspflanzen verlieren während der Überwinterung einzelne Blätter. Ein leichter Blattverlust ist meist normal.
Starker Blattfall deutet jedoch häufig auf ungünstige Bedingungen hin.
Die häufigsten Ursachen sind:
Besonders problematisch ist die Kombination aus hoher Temperatur und wenig Licht.
In vielen Fällen treibt die Pflanze im Frühjahr jedoch wieder neu aus, sobald sich die Bedingungen verbessern.
Das Winterquartier bietet leider ideale Bedingungen für viele Schädlinge. Vor allem trockene Luft und geschwächte Pflanzen fördern einen Befall.
Besonders häufig treten auf:
Deshalb sollten die Pflanzen regelmäßig kontrolliert werden – besonders auf der Blattunterseite und an jungen Trieben.
Früh erkannter Befall lässt sich meist deutlich einfacher behandeln.
Eine höhere Luftfeuchtigkeit sowie regelmäßiges Lüften helfen zusätzlich dabei, Schädlingsprobleme zu reduzieren.
Sobald die Temperaturen im Frühjahr dauerhaft über etwa 10°C liegen und keine Nachtfröste mehr drohen, können Zitruspflanzen langsam wieder ins Freie.
Die Pflanzen sollten jedoch nicht sofort in die pralle Sonne gestellt werden.
Nach der lichtarmen Winterzeit können die Blätter sonst Sonnenbrand bekommen.
Ideal ist eine langsame Gewöhnung über mehrere Tage an einen hellen, aber zunächst leicht geschützten Standort.
Mit steigenden Temperaturen beginnt die Pflanze wieder kräftig zu wachsen und benötigt nun wieder mehr Wasser sowie regelmäßigen Zitrusdünger.