🌱 EC-Wert des Gießwassers – Was bedeutet er für Zitruspflanzen?
Der EC-Wert (elektrische Leitfähigkeit) zeigt, wie viele gelöste Salze und Mineralstoffe sich im Wasser befinden. Für Zitruspflanzen kann der Wert hilfreich sein, um die Qualität des Gießwassers einzuschätzen und eine zu hohe Salzbelastung zu erkennen.
Wichtig ist aber: Der EC-Wert zeigt nicht, welche Stoffe im Wasser enthalten sind. Ein bestimmter Wert sagt deshalb allein noch nicht, ob das Wasser für deine Citrus optimal geeignet ist.
Was bedeutet EC überhaupt?
EC steht für Electrical Conductivity, also elektrische Leitfähigkeit.
Je mehr gelöste Ionen im Wasser vorhanden sind, desto besser leitet das Wasser elektrischen Strom und desto höher ist der EC-Wert.
Dazu gehören beispielsweise:
• Calcium,
• Magnesium,
• Kalium,
• Natrium,
• Chlorid,
• Sulfat,
• Hydrogencarbonat.
Der EC-Wert ist deshalb ein guter Gesamtindikator für die Menge gelöster Salze.
Welche Einheit wird verwendet?
EC-Messgeräte zeigen den Wert häufig in:
• µS/cm (Mikrosiemens pro Zentimeter)
• mS/cm (Millisemens pro Zentimeter)
Dabei gilt:
1 mS/cm = 1000 µS/cm
Achte beim Ablesen deines Messgeräts deshalb genau auf die verwendete Einheit.
Warum ist der EC-Wert für Citrus interessant?
Zitruspflanzen im Kübel reagieren empfindlicher auf eine langfristig hohe Salzkonzentration als Pflanzen, die im Garten ausgepflanzt sind.
Im Topf können sich gelöste Salze mit der Zeit anreichern.
Das kann beispielsweise passieren durch:
• mineralreiches Leitungswasser,
• regelmäßige Düngung,
• häufiges Gießen mit wenig Wasser,
• schlechte Drainage,
• starke Verdunstung.
Ein steigender EC-Wert im Substrat kann die Wurzeln belasten.
Hoher EC-Wert bedeutet nicht automatisch schlechtes Wasser
Das ist besonders wichtig.
Ein höherer EC-Wert kann beispielsweise durch Calcium und Magnesium entstehen. Diese Mineralstoffe sind grundsätzlich wichtige Nährstoffe.
Ein niedriger EC-Wert bedeutet umgekehrt nicht automatisch, dass das Wasser optimal ist.
Denn der EC-Wert sagt nichts darüber aus, welche Mineralstoffe enthalten sind.
Beispielsweise kann Wasser einen relativ niedrigen EC-Wert haben und trotzdem für deine konkrete Situation ungünstige Eigenschaften besitzen.
EC-Wert des Wassers und EC-Wert des Substrats unterscheiden
Hier solltest du zwei Dinge auseinanderhalten:
EC des Gießwassers
Zeigt die elektrische Leitfähigkeit des Wassers, bevor es mit dem Substrat in Kontakt kommt.
EC des Substrats
Gibt Hinweise darauf, wie hoch die Konzentration gelöster Salze im Wurzelbereich ist.
Für die Beurteilung einer möglichen Überdüngung ist der Substrat-EC deshalb oft aussagekräftiger als der reine EC-Wert des Leitungswassers.
Wie misst du den EC-Wert richtig?
Wenn du dein Gießwasser untersuchen möchtest:
• Wasser in einem sauberen Gefäß auffangen.
• EC-Messgerät einschalten.
• Messgerät entsprechend der Herstellerangaben kalibrieren.
• Messsonde ins Wasser geben.
• warten, bis sich der Messwert stabilisiert.
• Wert notieren.
Miss möglichst immer unter ähnlichen Bedingungen.
Die Temperatur kann den Messwert beeinflussen. Moderne Geräte berücksichtigen das häufig automatisch.
EC-Wert nach dem Düngen
Wenn du dem Gießwasser Dünger zugibst, steigt der EC-Wert normalerweise an.
Das ist logisch, denn der Dünger bringt zusätzliche gelöste Ionen in die Lösung.
Der EC-Wert kann deshalb hilfreich sein, um zu kontrollieren, wie stark sich das Wasser durch die Düngung verändert.
Trotzdem solltest du die Düngerdosierung nicht ausschließlich anhand des EC-Werts bestimmen. Verschiedene Dünger können bei gleichem EC-Wert unterschiedliche Nährstoffzusammensetzungen haben.
Leitungswasser, Regenwasser und gefiltertes Wasser
Verschiedene Wasserquellen können sehr unterschiedliche EC-Werte haben.
Leitungswasser
Kann je nach Region unterschiedlich viele gelöste Mineralstoffe enthalten.
Regenwasser
Hat häufig eine deutlich geringere elektrische Leitfähigkeit als mineralreiches Leitungswasser.
Gefiltertes oder aufbereitetes Wasser
Kann ebenfalls einen niedrigeren EC-Wert aufweisen, abhängig vom verwendeten Verfahren.
Der EC-Wert allein sagt aber auch hier nicht, ob das Wasser für die jeweilige Zitruspflanze ideal ist.
Was bedeutet ein sehr niedriger EC-Wert?
Ein sehr niedriger EC-Wert weist auf eine geringe Menge gelöster Mineralstoffe hin.
Das kann beispielsweise bei sehr weichem Wasser oder bestimmten aufbereiteten Wässern vorkommen.
Das ist nicht automatisch schlecht. Bei einer längerfristigen Verwendung solltest du aber darauf achten, dass die Pflanze trotzdem ausreichend mit Calcium, Magnesium und anderen Nährstoffen versorgt wird.
Was bedeutet ein hoher EC-Wert?
Ein hoher EC-Wert weist auf eine größere Menge gelöster Ionen hin.
Wenn das Wasser bereits stark mineralisiert ist und zusätzlich regelmäßig gedüngt wird, kann die Salzbelastung des Topfsubstrats steigen.
Mögliche Hinweise auf eine zu hohe Salzbelastung können sein:
• braune Blattspitzen,
• braune Blattränder,
• Wachstumsprobleme,
• Wurzelschäden,
• weiße Ablagerungen auf der Erde.
Solche Symptome haben allerdings auch andere mögliche Ursachen.
➡ Mehr zum Thema: Weiße Ablagerungen auf der Erde
EC-Wert und Dünger richtig zusammen betrachten
Statt nur den EC-Wert des Wassers anzuschauen, solltest du das gesamte System betrachten:
Gießwasser → Dünger → Substrat → Wurzeln
Wenn dein Leitungswasser bereits einen hohen Mineralstoffgehalt besitzt und du zusätzlich regelmäßig düngst, kann eine stärkere Salzbelastung entstehen als bei sehr weichem Wasser.
Deshalb solltest du die Düngermenge nicht einfach erhöhen, nur weil deine Pflanze langsam wächst.
EC-Wert und pH-Wert nicht verwechseln
EC und pH messen zwei völlig unterschiedliche Dinge.
pH-Wert
Beschreibt, wie sauer oder alkalisch eine Lösung ist.
EC-Wert
Beschreibt die elektrische Leitfähigkeit und damit grob die Menge gelöster Ionen.
Ein Wasser kann beispielsweise einen bestimmten pH-Wert und gleichzeitig einen niedrigen oder hohen EC-Wert haben.
➡ Mehr zum Thema: pH-Wert des Gießwassers optimieren
Wann ist ein EC-Messgerät sinnvoll?
Ein EC-Messgerät kann besonders interessant sein, wenn du:
• viele Kübelpflanzen versorgst,
• regelmäßig düngst,
• mineralreiches Leitungswasser verwendest,
• Probleme mit Salzablagerungen hast,
• verschiedene Wasserquellen vergleichst,
• deine Düngung genauer kontrollieren möchtest.
Für eine einzelne Zitruspflanze ist ein EC-Messgerät dagegen nicht zwingend erforderlich.
Häufige Fehler
Nur den EC-Wert betrachten
Der Wert sagt nicht, welche Stoffe tatsächlich im Wasser enthalten sind.
Hohen EC-Wert automatisch als schlechtes Wasser ansehen
Calcium und Magnesium können beispielsweise ebenfalls zur Leitfähigkeit beitragen.
Niedrigen EC-Wert mit nährstofffreiem Wasser gleichsetzen
Der Wert gibt keine vollständige Auskunft über die Nährstoffversorgung.
EC und pH verwechseln
Beide Messwerte liefern unterschiedliche Informationen.
Düngermenge nur nach EC einstellen
Die Zusammensetzung des Düngers ist genauso wichtig wie die Gesamtleitfähigkeit.
So nutzt du den EC-Wert sinnvoll
✓ EC-Wert des Ausgangswassers messen
✓ Einheit des Messgeräts beachten
✓ EC nach Zugabe von Dünger vergleichen
✓ bei Problemen auch den Salzgehalt des Substrats berücksichtigen
✓ pH-Wert zusätzlich kontrollieren
✓ Wasserqualität insgesamt betrachten
✓ nicht allein anhand des EC-Werts düngen
Häufige Fragen
Welcher EC-Wert ist für Zitruspflanzen ideal?
Es gibt nicht einen einzigen universellen Wert, der für jede Zitruspflanze und jede Situation gilt. Entscheidend sind unter anderem Wasserqualität, Substrat, Dünger, Pflanzenalter und Wachstumsphase.
Ist ein hoher EC-Wert schlecht für Citrus?
Nicht automatisch. Ein hoher Wert bedeutet zunächst nur eine höhere elektrische Leitfähigkeit. Bei dauerhaft hoher Salzbelastung im Wurzelbereich kann es jedoch zu Problemen kommen.
Kann ich mit einem EC-Messgerät die Wasserqualität bestimmen?
Du kannst die Menge gelöster Ionen grob einschätzen. Welche Mineralstoffe oder Salze enthalten sind, lässt sich mit einem einfachen EC-Messgerät jedoch nicht feststellen.
Muss ich neben dem EC-Wert auch den pH-Wert messen?
Wenn du die Wasserqualität genauer beurteilen möchtest, ist das sinnvoll. Beide Messwerte liefern unterschiedliche Informationen.
Weitere Themen zur Düngung
➡ Überdüngung erkennen
➡ Zu viel Dünger – was tun?
➡ Phosphormangel erkennen
➡ Kalk im Gießwasser reduzieren
➡ Welcher Citrusdünger ist der beste?
