❄️ Zitruspflanzen im Winter richtig gießen

Während der Überwinterung verändert sich der Wasserbedarf von Zitruspflanzen deutlich. Was im Sommer noch tägliches Gießen erfordert, kann im Winter schnell zu Staunässe und Wurzelfäule führen. Gleichzeitig dürfen Zitronen-, Orangen-, Limetten- und Mandarinenbäume auch während der Winterruhe nicht vollständig austrocknen.

Das richtige Gießen im Winter gehört deshalb zu den wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Überwinterung. Auf dieser Seite erfährst du, wie viel Wasser Zitruspflanzen in der kalten Jahreszeit benötigen und welche Fehler du vermeiden solltest.

Warum benötigen Zitruspflanzen im Winter weniger Wasser?

Im Winter verlangsamen Zitruspflanzen ihren Stoffwechsel erheblich.

Dafür gibt es mehrere Gründe:
• kürzere Tage
• geringere Lichtintensität
• niedrigere Temperaturen
• verlangsamtes Wachstum

Die Pflanze verdunstet weniger Wasser und verbraucht deutlich weniger Feuchtigkeit als während der Sommermonate.

Dadurch sinkt auch der Wasserbedarf.

Wie oft sollte man im Winter gießen?

Eine feste Regel gibt es nicht.

Die richtige Gießhäufigkeit hängt vor allem ab von:
• Temperatur im Winterquartier
• Lichtverhältnissen
• Pflanzengröße
• Topfgröße
• Substrat

In vielen Fällen reicht es aus, alle ein bis drei Wochen zu gießen.

Entscheidend ist jedoch nicht der Zeitraum, sondern die tatsächliche Feuchtigkeit der Erde.

Die Fingerprobe bleibt die beste Methode

Auch im Winter sollte immer zuerst die Erde kontrolliert werden.

Stecke einen Finger einige Zentimeter tief in das Substrat:
• Erde deutlich feucht → nicht gießen
• Erde leicht trocken → beobachten
• Erde trocken → gießen

So lässt sich Überwässerung zuverlässig vermeiden.

Je kühler das Winterquartier, desto weniger Wasser

Die Temperatur hat den größten Einfluss auf den Wasserbedarf.

Kühle Überwinterung (3–10 °C)
Bei niedrigen Temperaturen verbraucht die Pflanze nur wenig Wasser.

Oft genügt:
• gelegentliches Gießen
• leichte Feuchtigkeit im Wurzelballen

Warme Überwinterung (über 15 °C)
Steht die Pflanze in einem warmen Raum, steigt der Wasserbedarf.

Gründe:
• höhere Verdunstung
• aktiver Stoffwechsel
• teilweise weiteres Wachstum

In diesem Fall muss häufiger kontrolliert werden.

➡ Mehr zum Thema: Warme oder kalte Überwinterung?

Wie viel Wasser sollte man geben?

Im Winter gilt:
Weniger häufig, aber trotzdem gründlich gießen.

Die Erde sollte:
• gleichmäßig leicht feucht sein
• niemals völlig austrocknen
• nicht dauerhaft nass bleiben

Kleine tägliche Wassergaben sind meist ungünstiger als gelegentliches, angepasstes Gießen.

Staunässe – das größte Winterproblem

Die meisten Überwinterungsschäden entstehen nicht durch Trockenheit, sondern durch zu viel Wasser.

Bei niedrigen Temperaturen:
• verdunstet wenig Wasser
• trocknet die Erde langsam
• bleiben Wurzeln lange feucht

Dadurch steigt das Risiko für:
• Sauerstoffmangel
• Wurzelfäule
• Blattverlust

➡ Mehr zum Thema: Staunässe bei Zitruspflanzen erkennen und vermeiden

Anzeichen für zu viel Wasser

Typische Symptome sind:
• gelbe Blätter
• Blattfall
• dauerhaft nasse Erde
• schlaffe Blätter trotz feuchtem Substrat
• muffiger Geruch aus dem Topf

Viele Pflanzenbesitzer reagieren darauf mit zusätzlichem Gießen – was die Situation oft verschlimmert.

Anzeichen für Wassermangel

Auch Trockenheit kann Probleme verursachen.

Mögliche Symptome:
• welke Blätter
• eingerollte Blätter
• trockene Blattspitzen
• Blattfall

Trockenstress tritt im Winter jedoch deutlich seltener auf als Staunässe.

Welche Rolle spielt die Luftfeuchtigkeit?

Während der Überwinterung ist die Luft oft trockener als im Sommer.

Besonders in beheizten Räumen kann dies zu Problemen führen.

Wichtig:
Trockene Luft bedeutet nicht automatisch, dass mehr gegossen werden muss.

Häufig leiden die Blätter unter der Luftfeuchtigkeit, während die Erde noch ausreichend feucht ist.

Welches Wasser eignet sich im Winter?

Auch im Winter profitieren Zitruspflanzen von kalkarmem Wasser.

Ideal sind:
• Regenwasser
• weiches Leitungswasser
• gefiltertes Wasser

Dadurch werden Kalkablagerungen und Nährstoffprobleme reduziert.

➡ Mehr zum Thema: Regenwasser oder Leitungswasser?

Nach dem Gießen kontrollieren

Nach jeder Wassergabe sollte geprüft werden:
• Läuft überschüssiges Wasser ab?
• Bleibt Wasser im Untersetzer stehen?
• Ist die Erde gleichmäßig durchfeuchtet?

Stehendes Wasser sollte immer entfernt werden.

Häufige Fehler beim Gießen im Winter

Zu häufig gießen
Der häufigste Fehler überhaupt.
Viele Pflanzen erhalten deutlich mehr Wasser als sie benötigen.

Nach festen Zeitplänen gießen
Der Wasserbedarf kann je nach Winterquartier stark variieren.

Wasser im Untersetzer stehen lassen
Dadurch entstehen ideale Bedingungen für Staunässe.

Trockenes Laub mit Wassermangel verwechseln
Oft liegt die Ursache in:
• trockener Luft
• Lichtmangel
• Temperaturstress

nicht im Wassermangel.

Gießen nach Winterquartier

Wintergarten
• meist etwas höherer Wasserbedarf
• regelmäßige Kontrolle notwendig

Unbeheiztes Gewächshaus
• geringer Wasserverbrauch
• vorsichtig gießen

Keller mit Fenster
• meist wenig Verdunstung
• sparsame Wassergaben

Wohnraum
• deutlich höherer Wasserbedarf
• häufigere Kontrolle erforderlich

Tipps für die Winterbewässerung

✓ Vor jedem Gießen die Erde prüfen
✓ Nie nach festen Intervallen gießen
✓ Staunässe konsequent vermeiden
✓ Untersetzer regelmäßig entleeren
✓ Je kühler der Standort, desto weniger Wasser geben
✓ Kalkarmes Wasser bevorzugen
✓ Pflanze regelmäßig beobachten

Weitere Themen zur Überwinterung

• Das ideale Winterquartier
• Warme oder kalte Überwinterung?
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