💧 Natrium im Gießwasser reduzieren – So schützt du deine Zitruspflanzen
Ein erhöhter Natriumgehalt im Gießwasser kann bei Zitruspflanzen langfristig problematisch werden. Natrium kann sich im Substrat anreichern und bei dauerhaft hoher Belastung die Wurzeln und die Wasseraufnahme beeinträchtigen. Wenn dein Leitungs- oder Brunnenwasser viel Natrium enthält, kannst du die Belastung mit einigen einfachen Maßnahmen reduzieren.
Warum ist Natrium problematisch?
Zitruspflanzen benötigen verschiedene Mineralstoffe, Natrium gehört jedoch nicht zu den Nährstoffen, die sie in größeren Mengen benötigen.
Bei einer dauerhaften Belastung kann sich Natrium im Wurzelbereich anreichern.
Mögliche Folgen sind:
• schlechtere Wasseraufnahme,
• gestörte Nährstoffaufnahme,
• Salzablagerungen im Substrat,
• braune Blattränder,
• verlangsamtes Wachstum.
Ein einzelner Gießvorgang mit natriumhaltigem Wasser ist dabei normalerweise kein Problem. Entscheidend ist die langfristige Belastung.
Zuerst den Natriumgehalt überprüfen
Bevor du dein Gießwasser aufwendig behandelst, solltest du feststellen, wie hoch der Natriumgehalt tatsächlich ist.
Bei Leitungswasser findest du entsprechende Angaben häufig bei deinem Wasserversorger. Alternativ kannst du das Wasser analysieren lassen.
Auch der EC-Wert kann einen Hinweis auf die Gesamtmenge gelöster Salze geben. Er zeigt allerdings nicht, wie viel davon speziell Natrium ist.
➡ Mehr zum Thema: Leitfähigkeit des Wassers verstehen
Regenwasser verwenden
Eine einfache Möglichkeit, die Natriumbelastung zu reduzieren, ist die Verwendung von sauber gesammeltem Regenwasser.
Regenwasser enthält normalerweise deutlich weniger gelöste Mineralstoffe als stark mineralisiertes Leitungswasser.
Achte auf:
• saubere Sammelflächen,
• einen sauberen Wasserspeicher,
• regelmäßige Kontrolle des Wassers.
➡ Mehr zum Thema: Regenwasser oder Leitungswasser?
Mit natriumarmem Wasser mischen
Wenn du nicht genügend Regenwasser zur Verfügung hast, kannst du natriumarmes Wasser mit deinem Leitungswasser mischen.
Dadurch lässt sich die Natriumkonzentration des Gießwassers reduzieren.
Je höher der Natriumgehalt deines Ausgangswassers ist, desto stärker muss es verdünnt werden, um einen deutlichen Effekt zu erzielen.
Umkehrosmose als gezielte Lösung
Bei dauerhaft problematischem Wasser kann eine Umkehrosmoseanlage eine Möglichkeit sein.
Dabei werden zahlreiche gelöste Mineralstoffe aus dem Wasser entfernt – darunter auch Natrium.
Das entmineralisierte Wasser sollte anschließend nicht einfach dauerhaft ohne weitere Überlegung verwendet werden. Für die Pflanzenernährung müssen Wasserqualität und Düngung zusammen betrachtet werden.
Das Substrat regelmäßig durchspülen
Wenn sich bereits Salze im Topf angesammelt haben, kann gelegentliches gründliches Durchspülen helfen.
Dafür lässt du ausreichend geeignetes Wasser durch den Wurzelballen laufen und anschließend vollständig ablaufen.
So können angesammelte Salze aus dem Substrat ausgewaschen werden.
➡ Mehr zum Thema: Citrus richtig durchdringend gießen
Auf die Drainage achten
Das Auswaschen funktioniert nur, wenn überschüssiges Wasser problemlos ablaufen kann.
Deshalb:
• Drainagelöcher freihalten,
• keinen dauerhaft gefüllten Untersetzer verwenden,
• verdichtetes Substrat gegebenenfalls austauschen.
➡ Mehr zum Thema: Überschüssiges Wasser im Untersetzer entfernen?
Nicht mit Abkochen lösen
Abkochen ist keine geeignete Methode, um Natrium aus dem Wasser zu entfernen.
Auch das einfache Stehenlassen von Leitungswasser reduziert den Natriumgehalt nicht zuverlässig.
➡ Mehr zum Thema: Abgekochtes Wasser für Citrus?
Auch Mineralwasser ist nicht automatisch besser
Wenn du auf Mineralwasser ausweichst, solltest du das Etikett genau ansehen.
Manche Mineralwässer enthalten erhebliche Mengen Natrium.
Für die regelmäßige Bewässerung ist daher eher natriumarmes Wasser geeignet.
➡ Mehr zum Thema: Mineralwasser zum Gießen geeignet?
Häufige Fehler
Nur den EC-Wert messen
Der EC-Wert zeigt die Gesamtmenge gelöster Salze, aber nicht den Natriumanteil.
Wasser abkochen
Dadurch lässt sich Natrium nicht zuverlässig entfernen.
Irgendein Mineralwasser verwenden
Mineralwasser kann selbst relativ natriumreich sein.
Nur die Wasserquelle wechseln
Wenn sich bereits viele Salze im Substrat angesammelt haben, sollte zusätzlich der Wurzelbereich berücksichtigt werden.
So reduzierst du Natrium im Gießwasser
✓ Natriumgehalt des Ausgangswassers prüfen
✓ möglichst natriumarmes Wasser verwenden
✓ bei Bedarf Regenwasser beimischen
✓ bei stark belastetem Wasser eine geeignete Filtertechnik prüfen
✓ angesammelte Salze gelegentlich aus dem Substrat auswaschen
✓ auf eine gute Drainage achten
Häufige Fragen
Wie bekomme ich Natrium aus Leitungswasser?
Für eine gezielte Entfernung eignet sich beispielsweise eine Umkehrosmoseanlage. Abkochen oder einfaches Stehenlassen entfernt Natrium nicht zuverlässig.
Ist Regenwasser für natriumbelastetes Wasser eine gute Alternative?
Ja. Sauberes Regenwasser enthält normalerweise deutlich weniger gelöste Salze und kann die Natriumbelastung deutlich reduzieren.
Kann Natrium Zitruspflanzen schädigen?
Eine dauerhaft hohe Natriumbelastung kann die Wurzeln und die Wasser- sowie Nährstoffaufnahme beeinträchtigen.
Muss ich bei natriumhaltigem Wasser sofort handeln?
Nicht unbedingt. Entscheidend sind Konzentration und Dauer der Belastung. Bei auffälligen Werten lohnt es sich, die Wasserqualität genauer zu prüfen und langfristig auf eine geeignetere Wasserquelle umzustellen.
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